
Schönste Aussichten für den Usedomurlaub
Endlich ist es wieder so weit! Der Frühling ist da! Und die lauen Temperaturen machen Lust, rauszugehen und die Insel zu entdecken. Jetzt, da alles grünt und blüht, zeigt sich Usedom von einer ihrer schönsten Seiten. Also ab nach draußen, einmal tief durchatmen und mit der Ostseebrise neue Energie tanken.
Doch wohin? Die Insel hat so viele schöne Ecken, dass die Qual der Wahl schlichtweg immens ist. Aber keine Sorge, wir haben ein paar aussichtreiche Vorschläge für sonnenhungrige Outdoorfans.
Zugegeben, die Insel Usedom ist nicht gerade ein Ort, an dem das Höhenmessgerät ausflippt, weil es an seine Grenzen kommt. Das, was wir Inselkinder als Berge bezeichnen, wird andernorts nur müde belächelt. Aber auch das östlichste deutsche Ostseeeiland hat neben dem 33 Meter hohen Aussichtsturm des Heringsdorfer Baumwipfelpfades einige „Gipfel“ zu bieten, bei deren Weit- und Ausblick man glatt ins Schwärmen kommt.

Kaiserbäderpanorama vom Zirowberg
Im Rücken des Seebades Ahlbeck befindet sich der Zirowberg. Wer schon einmal mit dem Fahrrad von Ahlbeck nach Korswandt gefahren ist, weiß, dass es der knapp 56 Meter hohe Hügel wegen seiner teils recht steilen Anstiege in sich hat.
Auf seinem Gipfel befindet sich einer der schönsten Aussichtspunkte der Kaiserbäder. Der Weg dorthin durch den typischen Küstenwald mit seinen uralten Buchen und duftenden Kiefern ist mit Schildern gekennzeichnet. Durch einen schluchtartigen Hohlweg geht es stetig bergauf. Hier ist Ausdauer gefragt, denn der Anstieg ist recht knackig. Doch je weiter man in den Wald kommt, umso ruhiger wird es. Der Lärm der Welt ist hier inmitten grüner Natur kaum noch wahrnehmbar.
Der hölzerne Aussichtsturm schenkt einen weiten Blick über die pommersche Bucht, die Mündung der Swine in die Ostsee und die Kirchen von Ahlbeck und Heringsdorf. Wie Nadelspitzen stechen sie mit ihren Türmen in den Himmel, machen die Idylle der schnuckeligen Dörfchen perfekt. Bei gutem Wetter reicht die Sicht sogar bis zur weißen Steilküste von Misdroy. Früher gab es neben dem Turm einmal ein kleines Ausflugsrestaurant. Davon ist heute leider nichts mehr erhalten. Kommt man zur richtigen Zeit, hat man dieses Panorama ganz für sich allein.

Traumhafte Steilküstenausblicke vom Streckelsberg
Knackig, aber mit traumhaften Ausblicken – so lässt sich die Wanderrunde an der Koserower Steilküste am treffendsten beschreiben. Denn der steile Waldweg durch den Küstenwald bringt den Puls ordentlich in Schwung. Der Streckelsberg ist mit seinen 58 Metern die höchste Erhebung der Insel Usedom an der Außenküste. Doch die Mühen des Aufstiegs werden mit einem Ostseeausblick zum Niederknien belohnt.
Naturliebhaber und Wanderfreunde können hier ordentlich Höhenmeter sammeln. Kaum zu glauben, dass es auf einer eigentlich recht flachen Insel so kräftig bergauf und bergab geht.
Das Naturschutzgebiet am Streckelsberg ist ein wundervoller Ruheort und ein Naturparadies zugleich. Vor allem im Frühling ist es hier bezaubernd. Dann ist der Boden übersät mit unzähligen weißen und violetten Sternen. Anemonen und Leberblümchen und etwas später Maiglöckchen legen sich - soweit das Auge reicht - wie ein Teppich auf das alte Laub. Mit den wärmeren Temperaturen fangen die Nadelbäume an, ihre ätherischen Öle abzugeben und es duftet herrlich nach Kiefern und Fichten.
Den Wald am Streckelsberg pflanzte vor 200 Jahren der Königliche Oberförster, um die Düne vor der Abtragung durch die Ostsee zu schützen. Seit 1957 steht er unter Naturschutz. Die ältesten Buchen stammen noch aus der Pflanzzeit. Entlang der Steilküste verteilen sich immer wieder atemberaubende Aussichtspunkte mit Ostseeblick. Auch auf die wunderschön geschwungene Seebrücke von Koserow kann man von der einen oder anderen Stelle aus, einen Blick erhaschen.
Ganz oben auf dem Koserower Streckelsberg befindet sich eine Aussichtsplattform mit einem kleinen Gipfelbuch, in dem sich die Gipfelstürmer mit ihren Aufstiegsabenteuern verewigen können.

Sagenhafte Weitblicke vom Jungfernberg
Ein ganz besonderer Hügel auf Usedom ist der 18 Meter hohe Jungfernberg im Lieper Winkel. Denn um ihn rankt sich eine unheimliche Sage. Vier wunderschöne Jungfrauen sollen es gewesen sein, die an einem Sonntag über die kleine Anhöhe hinter dem Dorf Rankwitz zur Lieper Kirche in den Gottesdienst gehen wollten. Oben auf dem Hügel begegnete ihnen ein Spielmann, der sie zum Tanzen aufforderte. Die jungen Frauen taten nichts lieber und vergaßen darüber vollkommen die Zeit. Gegen Mitternacht aber verwandelte sich der Spielmann plötzlich in den Teufel. Der Berg unter den Vieren tat sich auf und verschlang sie allesamt.
Wenn man die Ohren spitzt, kann man sie in manchen Nächten noch heute über ihr Unglück weinen hören, erzählt Marina Sundmacher vom Museum Heimathof Lieper Winkel am Ortseingang von Rankwitz die Legende um den Jungfernberg. Marina Sundmacher kennt so viele Geschichten, dass man nicht müde wird, ihr zuzuhören. Der Lieper Winkel ist eine Halbinsel weit ab von den Seebädern mit kleinen, verträumten Dörfer, schilfgesäumten Buchten und dem 18 Meter hohen Jungfernberg. Auf dem hat bis vor einhundert Jahren sogar noch eine Mühle gestanden.
Selbstredend ist das Besteigen des Jungfernberges gleich hinter dem Dorf Rankwitz ein absolutes Muss. Hat man den Gipfel erreicht, bietet er einen wundervollen Ausblick auf das Achterwasser und die weiten Wiesen. Nicht vergessen: Ins Gipfelbuch eintragen! Wer neugierig ist, kann darin Augenzwinkerndes über das beschwerliche Erklimmen andere Gipfelstürmer erlesen. Eine Bank lädt zum genussvollen Verweilen und Ausschauen ein.

Die Stefanshöhe – Psst, ein Geheimtipp
Diese Mini-Erhebung an der Krumminer Wiek ist tatsächlich noch ein echter Geheimtipp. Denn selbst viele Insulaner kennen dieses idyllische Fleckchen im versteckten Naturhafen der Neeberger Bungalowsiedlung nicht.
Dass der Stefanshöhe genannte Huckel gerade einmal eine Höhe von zwei Metern hat, wird angesichts des beeindruckenden Blicks über das Achterwasser bis hinüber zum Weißen Berg der Halbinsel Gnitz glatt zur Nebensächlichkeit. Eine kleine Auszeit auf der Gipfel-Bank lohnt sich. Und auch hier gibt es selbstredend ein Gipfelbuch. Wir Inselkinder lieben Gipfelkreuze und Gipfelbücher einfach.
Der Garten- und Landschaftsbauer Stefan Wulff aus Zinnowitz hatte sich des Hafens und seiner Zufahrt 1971 angenommen. Ihm ist auch die Anlage der Stefanshöhe zu verdanken. Der Mini-Hafen bietet aber noch ein weiteres Highlight: Der Steg, der die Hafenausfahrt flankiert, besteht aus den alten Planken der 2019 für einen Neubau abgerissenen Koserower Seebrücke. Wenn man es also ganz genau nimmt, dann besitzt die Insel hier an der Krumminer Wiek eine heimliche, sechste Seebrücke.
Sandra Grüning - Redaktionsteam UsedomTravel
Ich bin Küstenkind. Durch und durch. Mein Herz schlägt für das Meer und die Insel, den Wind im Gesicht und die Weite im Blick. Doch mindestens genauso sehr liebe ich das Schreiben. Denn schreiben bedeutet Leben für mich. Seit vielen Jahren arbeite ich als Journalistin, Redakteurin, Web- und Werbetexterin. In meiner Textwerkstatt Küstenkind kreiere ich mit Leidenschaft, Feingefühl und Kompetenz Werbe-, Web- und Pressetexte, Blog-Beiträge und Bücher. Menschen und außergewöhnliche Orte faszinieren und inspirieren mich dabei – Immer auf der Suche nach neuen Geschichten und spannenden Projekten.